PCRT für Flugzeugräder
OEM-freigegebene Radprüfung ohne Lackentfernung
Optimiert den Durchsatz und verkürzt die Prozesszeit im MRO-Betrieb
In Radwerkstätten mit hohem Durchsatz bestimmt der Prüfprozess häufig die gesamte Durchlaufzeit. Lackentfernung, Einsatz zertifizierter Prüfer sowie Materialhandling wirken sich unmittelbar auf Kosten und Produktionsdurchsatz aus.
Process Compensated Resonance Testing (PCRT) ist ein von OEMs freigegebenes Prüfverfahren, das in der Wartung und Überholung von Flugzeugrädern im kommerziellen MRO eingesetzt wird. Es gewährleistet die erforderliche Prüfqualität, während die Lackentfernung entfällt und der Prüfablauf vereinfacht wird.
Selbst in Betrieben die Räder nicht routinemäßig neu lackieren, bietet PCRT Vorteile durch automatisierte Prüfung und reduzierte Vorbereitungsschritte.
Prüfprozesse in der modernen Radwerkstatt
Die Farbeindringprüfung (FPI) wird in der Luftfahrtindustrie seit Jahrzehnten eingesetzt und gilt weiterhin als bewährtes Verfahren zur Erkennung von Oberflächenfehlern. Durch die vielen aufeinanderfolgenden Prozessschritte (Lackentfernung, Aufbringen des Eindringmittels, Einwirkzeit, Reinigung, Prüfung sowie erneute Lackierung) wird der mögliche bestimmt.
Diese Prozessschritte beanspruchen wertvolle Ressourcen:
- Zertifizierte Prüfer
- Werkstatt- bzw. Arbeitsfläche
- Prozesszeit im Arbeitsablauf
- Ressourcen für den Umgang und Entsorgung von Gefahrenstoffen
In Summe wirken sich diese Faktoren auf Durchlaufzeiten, Personalauslastung und Anforderungen im Umweltmanagement aus.
Für Verantwortliche im MRO-Betrieb stellt sich daher nicht die Frage, ob geprüft wird – sondern wie sich ein Prüfprozess optimal in den gesamten Betriebsablauf integrieren lässt.

Ein operativ neuer Ansatz
PCRT basiert auf einem resonanzbasierten Prüfverfahren, das in OEM-Dokumentationen freigegeben ist und bereits in kommerziellen Radwartungsbetrieben eingesetzt wird.
Anstatt auf oberflächenbasierte Eindringprüfverfahren zu setzen, bewertet PCRT den strukturellen Zustand des gesamten Rades, auch im lackierten Zustand. Für die Prüfung werden Anbauteile entfernt, eine Lackentfernung oder erneute Lackierung ist jedoch nicht erforderlich.
Das System bewertet die natürlichen Resonanzsignaturen und kommt mithilfe statistischer Analysen und validierten Referenzdatensätzen zu einer objektiven Gut/Schlecht-Bewertung.
Dieser Ansatz befreit zertifizierte Prüfer von Routine Aufgaben und fokusiert ihr Fachwissen auf kritische Entscheidungen im Prozessablauf.
Das skalierbare Service-Modell
PCRT wird über das Service-Modell von Vibrant implementiert, die Prüfkosten orientieren sich direkt an der geprüften Stückzahl.
Im Rahmen dieses Modells gilt:
- Keine Investition in Anlagen erforderlich.
- Die Prüfkosten skalieren mit dem monatlichen Durchsatz.
- Software, Konfigurationsmanagement-Updates und Systemunterstützung werden von Vibrant gemeinsam mit dem Rad-OEM betreut.
- Die Systeme werden in der Regel direkt beim Betreiber installiert, um Produktionsbetrieb im großen Maßstab zu unterstützen; Programme mit geringerer Stückzahl können Remote-Prüfservices nutzen.
Für Betreiber entfällt durch dieses Modell die finanzielle Einstiegshürde, die typischerweise mit der Einführung neuer Prüfsysteme verbunden ist. Dadurch kann die Bewertung auf Basis der operativen Kosten erfolgen – unabhängig von Investitions- und Budgetzyklen.

Integration in bestehende Arbeitsabläufe
Der optimierte Ablauf in der Werkstatt.
Das demontierte, lackierte und grob gereinigte Rad wird in das PCRT-System eingesetzt. Die automatisierte Prüfung wird innerhalb weniger Minuten abgeschlossen und liefert ein eindeutiges Gut/Schlecht-Ergebnis.
Der Prozess eliminiert:
- den Einsatz von Strahlmitteln
- Lackentfernung und erneute Lackierzyklen
- das Aufbringen und Entfernen von Eindringmitteln
Wenn PCRT eine Felge als nicht konform identifiziert, können zusätzliche Prüfungen gemäß den etablierten Werkstattverfahren durchgeführt werden, bevor eine Entscheidung über die Betriebsfreigabe getroffen wird.
Dadurch lässt sich PCRT in bestehende Qualitätssicherungsprozesse integrieren, ohne etablierte Compliance- und Zulassungsstrukturen zu beeinträchtigen.
Operative Auswirkungen – Bewertungskriterien
Jede Radwerkstatt hat ihren individuellen Prozessablauf. Bei der Implementierung von PCRT beginnen Betreiber in der Regel mit einer strukturierten Analyse ihres bestehenden Prüfablaufs:
Durchschnittliche Prüf-Durchlaufzeit pro Rad
Kosten für Lackentfernung und erneute Lackierung
Auslastung zertifizierter NDT-Prüfer
Anforderungen an Umgang und Entsorgung von Gefahrstoffen
Transportwege, Engpässe und Platzbeschränkungen in der Werkstatt
Monatliches Überholungsvolumen und angestrebter Durchsatz
Diese Faktoren definieren die aktuelle operative Ausgangsbasis eines Betriebs, und bestimmt in den meisten Fällen unmittelbar die Prüfkosten pro Rad.
PCRT verändert diese Kostenbasis massgeblich durch den Wegfall von Lackentfernung und erneuter Lackierung, durch reduziertes Materialhandling sowie durch die automatisierte Gut/Schlecht-Bewertung.
Betreiber berichten unter anderem über folgende Effekte:
Reduzierte Gesamtdurchlaufzeit der Prüfung
Verkürzter Prüfzyklus und erhöhter Durchsatz durch den Wegfall mehrerer Prozessschrittein der Werkstatt.
Effizienterer Einsatz zertifizierter Fachkräfte
Hochqualifiziertes NDT-Personal kann sich auf gezielte oder vorgeschriebene Prüfungen konzentrieren, anstatt routinemäßige Prozessschritte auszuführen.
Redutzierte Anforderungen an Umwelt- und Gefahrstoffmanagement
Der deutlich reduzierte Einsatz von Eindringmitteln, Strahlmitteln und Lacken verringert den Aufwand für das Gefahrstoffmanagement sowie die damit verbundenen Umweltauswirkungen.
Durchsatz im Betrieb
Abhängig von den Betriebsbedingungen wird ein erheblicher Anteil der Räder nur mit PCRT geprüft werden, ohne dass eine Lackentfernung oder zusätzliche Vorbereitungsschritte erforderlich sind.
Engpässe lösen ohne Erweiterung der Prozessfläche
Die automatisierte Prüfung und ein kompakter Systemaufbau ermöglichen einen höheren Durchsatz innerhalb der vorhandenen Werkstattflächen.
Skalierbare Kostenstruktur
Das Pay-per-Test-Service-Modell skaliert die Prüfkosten am tatsächlichen Werkstattbetrieb, ohne Investitionen in Maschinen.
Anwender bestätigen: PCRT bietet mehr als nur eine Änderung des Prüfverfahrens. Es bietet eine Optimierung des gesamten Arbeitsablaufs, und bietet messbare Kosteneinsparungen pro Rad.
Erprobt in der kommerziellen Rad-MRO
Vibrant und Collins Aerospace wurden mit dem 18. A4A & SAE Nondestructive Testing Innovation Award für die Einführung der Resonanzprüfung in der Wartung und Überholung von Flugzeugrädern und -bremsen im kommerziellen MRO ausgezeichnet.
Wurden mehr als 120.000 Rad Hälften mit PCRT geprüft
Collins MRO Werkstätten prüfen mehr als 80% ihrer Räder mit PCRT.
PCRT ist in der OEM Dokumentation freigegeben
PCRT ist in den Produktionsablauf in den Radwerkstätten integriert. Breits freigegebene Teilenummern können sofort geprüft werden, weitere Teilenummern sind in Vorbereitung.
Wie passt PCRT in Ihren Betrieb?
PCRT eignet sich besonders für Betriebe mit einem hohen monatlichen Durchsatz, wenn der Betrieb folgende Ziele verfolgt:
- Die Einführung eines modernen, OEM-freigegebenen Prüfverfahrens
- Eine Steigerung der Produktivität bei gleicher Anlagengröße
- Eine Reduzierung des Aufwands für Gefahrstoff- und Materialhandling
- Zertifizierter Prüfer auf wesentliche Aufgaben zu fokussieren
- Investitionen in zusätzliche Prüfanlagen vermeiden
Jede Bewertung sollte auf betriebsindividuellen Daten und einer Analyse des bestehenden Prüfablaufs basieren.
Vibrant unterstützt Betreibern bei der Planung für den Einsatz von PCRT innerhalb der jeweiligen Betriebsumgebung.

Anwendungen über den MRO-Bereich hinaus
PCRT wird auch in der Fertigung eingesetzt, um Prozessabweichungen, Unstimmigkeiten in der Lieferkette sowie um frühzeitig strukturelle Defekte zu erkennen. Die Birth-Certificate-Daten liefern dabei eine rückverfolgbare Ausgangsbasis, die eine Lifecycle-Überwachung und ein langfristiges Asset-Management unterstützt.
Weiterführende Unterlagen
Häufig gestellte Fragen
Ist PCRT von OEMs freigegeben?
Ja. PCRT ist in den entsprechenden OEM-Dokumentationen freigegeben und wird bereits aktiv in der kommerziellen MRO eingesetzt.
Müssen Räder vor der Prüfung entlackt werden?
Nein. PCRT bewertet den Zustand des Rades im lackierten Zustand.
Wie lange dauert die Prüfung?
Die Prüfzeit variiert je nach Konfiguration, und liegt im Bereich von wenigen Minuten pro Rad Hälfte.
Ist eine Investition in Anlagen erforderlich?
Nein. PCRT wird über ein Pay-per-Test-Service-Modell abgerechnet.
Was geschieht, wenn PCRT ein Rad zur weiteren Bewertung identifiziert?
In diesem Fall kann eine zusätzliche Prüfung gemäß den etablierten Werkstattverfahren durchgeführt werden, um eine Entscheidung über die Freigabe zum Betrieb zu treffen.
Ist PCRT mit den relevanten ASTM-Normen abgestimmt?
Ja. Der Einsatz von PCRT erfolgt gemäß den anwendbaren ASTM-Normen sowie den jeweiligen OEM-Dokumentationen.
Ist für den Betrieb NAS410- oder ASNT-zertifiziertes Personal erforderlich?
Nein. PCRT erfordert keine subjektive Interpretation der Prüfergebnisse. Die Betriebe halten weiterhin zertifiziertes Personal gemäß ihren jeweiligen Qualitätsanforderungen vor.

PCRT ohne Investitionsverpflichtung evaluieren
Da PCRT im Rahmen eines Pay-per-Test-Service-Modells betrieben wird, beginnt die Implementierung mit einer Analyse des bestehenden Prüfablaufs – nicht mit einer Investitionsentscheidung.
Gerne bewerten wir gemeinsam, welchen Einfluss PCRT auf Ihren Betrieb haben kann – basierend auf Ihrem tatsächlichen Durchsatz und der Anlagenkonfiguration.



